Budeusflog August 2026 – Go West
Alljährlich am Augschthäligtag (15. August) machen wir mit unserem ganzen Team eine scharfe Bergtour, die sogenannte «Budebegtour». Als wir uns an die Routenplanung der heurigen Ausgabe machten, kam die Idee von einem zweitägigen Anlass auf. Da für unsere sportliche Bude der Alpstein für eine zweitägige Tour fast ein bisschen knapp ist (oder dann müssten wir so viel einkehren, dass es mit dem z’Beg goo gefährlich würde), kam die Idee eines zweitägigen Ausflugs auf. Schnell war klar, dass wir auf diesem Ausflug ein paar Metzgerkollegen besuchen möchten und so stellten wir ein abwechslungsreiches Programm zusammen.
Bei bestem Wetter hatten wir uns um 08.30 Uhr (Reto 08.40 Uhr) bei der Metzgerei besammelt, um dann mit einem Kleinbus nach Stein am Rhein zu reisen. Am Steuer sass Sepp Hörler, seinerseits der Götti von Reto und Fan der Metzgerei Fässler AG. Nach einer guten Stunde Fahrt kamen wir bei der Metzgerei Villiger in Stein am Rhein an und bestaunten die schöne Auslage im Laden. Der Chef Manuel Villiger lud uns sogleich zum Znüni am Pontonierfest ein und so gab es ein feiner Schaffhauser Federweisser und saftige Pontonierwürste. Nach einem kurzen Spaziergang durch die Altstadt ging es weiter Richtung Westen.
In Schaffhausen wurden wir von Marco Peruch, Chef der Firma Daniele Gaumenschmaus erwartet. Er führte uns ein in die Geheimnisse der Acetoproduktion ein und gleichzeitig durften wir die verschieden konzentrierten Aceti degustieren. Der Unterschied der Altersklassen war imposant und je älter die Aceti, desto intensiver und dickflüssiger das Produkt. Zudem gab es ein schmackhaftes Antipastiplättli, sodass wir rundum versorgt waren. Ebenfalls zeigte uns Marco die Pastaproduktion, in welcher die frische Pasta in verschiedensten Variationen von Hand hergestellt wurde. Die Acetoprodukte der Firma Daniele können Sie bei uns im Laden erwerben und wir geben Ihnen gerne ein paar Informationen dazu.
Nach einer kurzen Fahrt ging es zum Mittagessen nach Uhwiesen, zur Metzgerei Niedermann. Gleich nach Ankunft wurden wir bei Wienerli, Schweinswürstli (mit feinem Kümmel) und Fleischkäse mit Kartoffelsalat verköstigt. Danach gab uns Chef und Inhaber Urs Schüpbach einen Einblick in seine äusserst effizient eingerichtete Metzgerei, welche er im Jahr 2014 neu baute. Die ganzen Abläufe sind äusserst durchdacht und auch die Technikeinrichtung sehr imposant. Im Laden hatten sie eine grosse und schmackhafte Auswahl an verschiedensten Grillspezialitäten, sodass wir beim Abschied schon bald wieder Hunger kriegten.
Bei mittlerweile 35 °C stiegen wir wieder in unseren klimatisierten Bus ein und fuhren westwärts ins Baselbiet. In Füllinsdorf BL wurden wir im Metzgerhuus von Christoph Jenzer und seinem Hobbyschwiegersohn Michi empfangen. Bei einer kurzen Stärkung mit Mostbröckli, Kartoffel- und Randenchips, Wasser und Bier, erzählte uns VR-Präsident Christoph Jenzer die Geschichte des mittlerweile anderthalbjährigen Metzgerhuus’. Es taten sich im Baselbiet neun Metzger zusammen, um dieses Schlachthaus mit Zerlegerei und Laden zu bauen und betreiben. Dies, um die Wege kurz zu halten und das Tierwohl an die erste Stelle zu setzen. Das ganze Gebäude kann autark betrieben werden und produziert mit dem «Minergie A» Standard mehr Energie als es braucht. Nach den einführenden Informationen gingen wir auf den Rundgang, angefangen beim Stall, wo die Tiere angeliefert werden und die Planung mit Experten vom Tierschutz erfolgte. Der ganze Schlachtraum ist sehr effizient gestaltet und als Metzger, konnte man sich die Abläufe gut vorstellen. Auch die Kühlräume und Zerlegerei sind sehr durchdacht mit spannenden Konzepten. Zum Schluss ging es in den Selbstbedienungsladen, in welchem nur Produkte aus dem Baselbiet angeboten wurden. Es gibt alle erdenklichen Fleischspezialitäten, Nudeln, Gemüse, Konfitüren und auch Fanartikel des Metzgerhuus – da musste ich pätsch ein Paar Socken für mich kaufen. Danach verwöhnte uns Michi mit Spezialitäten vom Grill und belgischen Pommes Frites, frittiert im ausgelassenen Rinderfett. Dazu ein feines Glas Rotwein, natürlich aus dem Baselbiet oder ein weiteres Bier. Nach diesem herzhaften Nachtessen bezogen wir unsere Zimmer im Ochsen Arlesheim und genossen den lauen Sommerabend beim Openair Kino mitten im Dorfkern.
Am Sonntagmorgen, gestärkt vom wunderbaren Morgenbuffet im Ochsen, zeigte uns Raffael Jenzer die Metzgerei Jenzer in Arlesheim. Es war wiederum äusserst spannend, welch eine Produktevielfalt die Metzgerei in Zusammenarbeit mit dem Restaurant Ochsen herstellt und dies alles auf sehr engem Platz. Die ganze Familiengeschichte, der Innovationsgeist und Metzgerstolz der Familie Jenzer beeindruckten uns sehr.
Auf dem Heimweg gab es ein vorzügliches Mittagessen im Restaurant Tobelhof und danach machten wir uns müde und glücklich auf die letzte Stunde Heimweg.
Nach all diesen Eindrücken möchten wir uns vom Chitzele bei allen besuchten Metzgern und Unternehmern recht herzlich bedanken für die Gastfreundschaft. Freude herrscht, wenn man sieht, welch ein Metzgerstolz in all diesen Betrieben gelebt wird.
«Drum frisch auf ihr Metzgerherzen, schenkt die Gläser nochmals ein –
denn unser Handwerk geht niemals unter, Metzger müssens immer sein!»
Gruess Be