Budebegtour 2025 – oder: Das Leiden der (nicht mehr so) jungen Denise
Hoi mitenand
Dieses Jahr führte uns die traditionelle Budebegtour am ‘Augschthäligtag’ von der Schwägalp via Tierwis zum Säntis. Die Bedingungen waren perfekt, und ich freute mich ausserordentlich darauf, nach vielen Jahren endlich wieder einmal den Säntis zu besteigen. Das Gipfelgefühl ist für mich einfach einzigartig – darum setzte ich mich in der Tourenplanung mit Nachdruck für diese «Königstour» ein.
Nun kam es – blöderweise – so, dass meine fünfjährige Tochter am Vorabend stürzte und wir nachts noch ins Kispi mussten. Diagnose: Gipsarm. (Keine Sorge, es geht ihr gut!) Die Nacht war dementsprechend kurz, an Erholung vor einer anstrengenden Wanderung war nicht zu denken. Um 5:15 Uhr snoozte ich den Wecker exzessiv, quälte mich schliesslich aus dem Bett und schaffte es weder zu einem Frühstück noch zu einer ordentlichen Morgenroutine.
Auf der Schwägalp holte mich die fehlende Vorbereitung dann ziemlich direkt ein. Ich musste erst noch einen Halt im Talrestaurant einlegen – die anderen liefen schon mal los, sie hend doch recht!
Der Aufstieg zur Tierwis begann mit dem hehren Ziel, die 10 Minuten Rückstand auf meine Teamkameraden wieder aufzuholen. Nach kurzer Zeit war die Illusion dahin, kämpfte ich mich doch mehr schlecht als recht den Berg hoch. Nach dem ersten Drittel verfluchte ich mich für das fehlende Frühstück. Nach dem zweiten Drittel verfluchte ich mich dafür, dass ich nicht mehr trainiere. Und im letzten Drittel verfluchte ich so ziemlich alles, vor allem aber meine Idee, auf den Säntis zu wandern.
Ich kam dann schliesslich doch noch an und nach Wasser, Eistee und einem Chrempfli ging es meinem Körper besser, meinem Ego nicht.
Die zweite Etappe bis zur Spitze verlief dann deutlich weniger elendig – und die Gerstensuppe mit Wurst im Alten Säntis war noch nie besser.
Der Abstieg zum Mesmer war wunderschön, begleitet von Steinböcken und der wohltuenden Ruhe des Alpsteins. Im Mesmer genossen wir eine Rösti mit Geschnetzeltem, was einfach hervorragend war. Natürlich durfte ein Dessert am Seealpsee nicht fehlen und der abschliessende Weg nach Wasserauen verlief dann ganz ring (meine Oberschenkel hatten noch zwei Tage etwas von diesem ringen Abstieg 😉).
Nach dem harzigen Start war es dann doch noch eine wunderbare Tour. Viele von unserem Team waren mit dabei, wir tauschten uns rege aus, lachten viel, genossen das perfekte Wetter und die grossartige Bewirtung unterwegs. Es war ein wunderschöner Tag mit tollen Leuten in einer der schönsten Gegenden, die es gibt. Ich kann die Wanderung auf den Säntis nur empfehlen – aber frühstückt, bevor ihr loslauft.
Bis bald – im Alpstein oder in der Metzgerei
Denise